Faszien aus osteopathischer Sicht

​Im Moment besteht fast ein «Hype» um das Thema Faszien (Faszientraining, Faszienyoga, Blackroll usw.), in der Osteopathie war das Behandeln der Faszien schon immer ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.

Schon Andrew Taylor Still, Begründer der Osteopathie, erwähnte dass alle körperlichen Strukturen und Systeme gegenseitig beeinflussen

Im osteopathischen Verständnis sind Faszien Umhüllungen für Muskeln, Nerven, Organe, Blut- und Lymphgefässe. Sie ermöglichen Beweglichkeit durch eine Gleitfähigkeit. Bei mangelnder Gleitfähigkeit entstehen Bewegungseinschränkungen.

Faszien geben dem Körper Struktur und schützen ihn gegen Verletzungen von aussen, wirken aber auch als Puffer bei Stössen.

Faszien sind miteinander verbunden und sind somit auch Sinnesorgan. Sie haben Nervenrezeptoren, die Informationen über die Spannung ans zentrale Nervensystem weiterleiten.

Nach Forschungsergebnissen nach Robert Schleip, können sich Faszien bei Stress zusammenziehen. Steht man längerr Zeit unter Stress, kann dies zu Verhärtungen und Verklebungen von Faszienzügen führen, welche zu Kompensationen im Bewegungsapparat führen.

Behandlung der Faszien:

Bei der Behandlung ertastet man die Faszien im Pferdekörper auf ihre Spannungen und mit Hilfe der Bewegungstests erfährt man Einschränkungen.

Ich habe die Möglichkeit mit sehr sanften Techniken Faszien zu behandeln, indem ich mit sanftem Druck in die Tiefe spüre, bis ich auf der Faszienspannung ankomme und warte, bis sich die Spannung auflöst (unwinding Techniken).

Es gibt auch intensivere Techniken, bei denen ich verklebte Faszien ausstreiche um sie zu lösen.

Die Behandlung der Faszien beim Pferd ist aber auch immer nur ein Teil einer osteopathischen Behandlung und wird immer im Zusammenhang mit anderen Behandlungstechniken eingesetzt.